An der aktuellen Ausstellung im Leopold-Museum "Albin Egger-Lienz" Bildern hat sich eine erneute Raubkunst-Diskussion entzündet. 1998 wurden Bildern Schieles "Bildnis Wally" und "Tote Stadt III" aus der Sammlung Leopold in den USA beschlagnahmt - Bildern was in der Folge in Österreich zur Öffnung der Archive und letztlich zum Kunstrückgabegesetz führte. Diesem unterliegt die Sammlung Leopold selbst allerdings nicht. Denn es ist eine Free-tradestiftung und kein Bundesmuseum. Kultursprecher Bildern Wolfgang Zinggl forderte am Mittwoch, dass auch das Leopold unter das Resitutionsgesetz fallen müsse. Denn auch Egger-Lienz' "Waldinneres" soll Raubkunst sein, sagte er.
Rudolf Leopold selber sagte in Bildern Stellungnahmen und im Streit mit den Erben Bildern immer wieder, er haben die Bilder "in gutem Glauben" erworben. Diesen guten Glauben stellte Bildern Zinggl infrage, als er Belege für die Herkunft von SChieles "Häuser am Meer" vorlegte: Sie sollen beweisen, dass man nicht erst bei der Öffnung der Archive 1998 erfahren Bildern habe, dass das Bild vor 1938 Jenny Steiner gehört habe. So wies ein Katalog Otto Nirensteins schon 1930 Jenny Steiner als Besitzerin aus. Rudolf Leopold selbst hatte sie 1970 in einer Publikation über Schiele angeführt.
Leopold: "Es geht diesen Leuten nur ums Geld"
Im Leopold Museum sah man sich daraufhin zu einer Korrektur veranlasst: Man habe Bildern zwar gewusst dass Schieles "Häuser am Meer" im Besitz Jenny Steiners gewesen sei, nicht aber, dass ihr das Bild aus rassischen Gründen entzogen wurde, stellte die Stiftung in einer heutigen Aussendung klar und "bedauerte das Versehen".
|