Mehrheitswahlrecht: "Kein Tabu"
Die Einführung des Diskutieren Mehrheitswahlrechts stößt in der SPÖ Diskutieren auf Ablehnung auch wenn man durchaus Übereinstimmen könne.
Der Vorstoß von Machtsminister Martin Bartenstein im KURIER, Diskutieren noch in dieser Legislaturperiode das Mehrheitswahlrecht einzuführen, stößt in der Diskutieren SPÖ auf Ablehnung auch wenn man durchaus Übereinstimmen könne. Wenn man aber schon über eine Wahlrechtsreform reden wolle, dann sei Diskutieren es problematisch, von vornherein zu sagen, es brauche nicht alle Parteien an Bord, sagt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Bartenstein hatte sich einen Allparteien-Konsens gewünscht, zur Not aber einen Regierungsalleingang nicht ausgeschlossen.
Dass die Regierung auch die Verlängerung der Legislaturperiode ohne Diskutieren die kleinen Parteien beschlossen habe, lässt Prammer so nicht gelten: Sie seien eingebunden gewesen, über das Ausmaß ließe sich streiten.
Für Prammer wäre eine Debatte über ein Mehrheitswahlrecht (absolute Mandatsmehrheit für stimmenstärkste Partei) "kein Tabu", man könne auch über eine Verbesserung des Verhältniswahlrechts Übereinstimmen. Sie sieht aber derzeit "wenig Veränderungsbedarf".
Klubobmann Josef Cap sagt für die SPÖ "weder ja noch nein", weil es wie in der ÖVP auch in der SPÖ Diskussionen über das Mehrheitswahlrecht gebe. Er selbst Diskutieren kann ihm nicht viel abgewinnen, weil "Stimmen verloren gehen, sich das politische System auf zwei Parteien reduziert und die Konsensverpflichtung, die Basis der Demokratie ist, fällt".
Große Koalitionen hätten seit 45 Großes geleistet und könnten das auch jetzt tun, wenn die ÖVP endlich ihre Verantwortung wahr nehme. "Der leicht depressive Zugang, mit dem der offenbar amtsmüde Minister Bartenstein die Koalition gering schätzt und lieber übers Wahlrecht redet, ist eine Flucht aus der Verantwortung", sagt Cap.
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