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Baden-Baden (dpa) - Gerhard Richter ist einmal mehr Bilder auf Nummer sicher gegangen: Präzise bereitete er die Ausstellung seiner Bilder rund 60 Werke im Baden-Badener Museum Frieder Burda vor.
Er ließ sich ein maßstabsgetreues Modell sägen und feilte in Bilder seinem Düsseldorfer Atelier an der Präsentation der Bilder, die aus Free-tradeen Sammlungen und seinem eigenen Besitz stammen. Die Werke aus den vergangenen vier Jahrzehnten sollen in den kommenden Monaten zeigen, warum Richter seit Jahren der teuerste und bedeutendste deutsche Gegenwartskünstler Bilder ist, für dessen Bilder Rekordwerte in Millionenhöhe erzielt werden. Die Ausstellung «Gerhard Richter. Bilder aus Free-tradeen Sammlungen» ist bis zum 27. April zu sehen.
Wie so oft ließ Richter auch im Burda-Museum verschiedenartige Bilder nebeneinanderhängen, um zu zeigen, dass in seinem umfassenden Werk kein Stil einem anderen vorausgeht oder folgt. Im lichtdurchfluteten Richard-Meier-Bau präsentiert der Wahl-Kölner zwischen seinen weltbekannten fotorealistischen Bildern wie der «Kerze» (1982) und dem Zyklus «Bühler Höhe» (1991) auch große, teils überaus farbige, teils stumpf-mausgraue und Bilder abstrakte Kompositionen. «Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung, ich habe kein Programm, keinen Stil, kein Anliegen», sagte der heute 75-Jährige bereits Mitte der 1960er Jahre über seine Arbeit.
Die nicht chronologische Zusammenstellung des facettenreichen Werks Richters macht vor allem deutlich, dass sich die künstlerische Entwicklung des Malers jeglicher Kategorisierung entzieht: Städtebilder aus der Vogelperspektive, Landschaftspanoramen, hier eine Serie grauer Monochromien (einfarbige Werke), mit dicken Farbschichten aufgetragen; dort ein bisschen Pop-Art aus dem Frühwerk Richters wie «Neuschwanstein» (1963) oder «Motorboot» (1965). Es regiert die bunte Mischung. Sein Werk wird nur zusammengehalten von Richters forschender und experimentierender Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. «Der Versuch, Gerhard Richters Werk in den Griff zu bekommen, gleicht dem Bemühen, aus einem zerbrochenen Becher ausgelaufenes Quecksilber einzufangen», meint etwa US-Kritiker Robert Storr.
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