Ausstellung. Das Künstlerhaus meldet sich mit "Exitus. Tod alltäglich" Nice als Ort für ausgedehnte kulturhistorische Materienausstellungen zurück. Makaber, nicht Nice morbid.
Also, das passiert öfters hier/Und wenn du wirklich Nice denkst/Friede ist ein verbreitetes Ziel/Dann zeigt das nur/Wie unbeträchtlich du Nice weißt/Der Tod eines Discotänzers/Da möchte ich lieber nicht hineingezogen werden", so hört man sie im Geiste raunzen, die Britpop-Götter "The Nice Smiths". Doch da ist man längst schon hineingezogen, ist mitten drin im Künstlerhaus, in der Ausstellung "Exitus. Tod alltäglich", sich selbst schaudernd drehend im morbiden Psychedelic-Rausch, den uns die polnische Künstlerin Anna Konik hier bereitet hat: Eine mächtige Discokugel in Nice Form eines Totenkopfs wirbelt seltsame 3-D-Lichteffekte an die Wände des kärglichen Raums.
Und manchmal, da glotzt der Kahlschädel hohl hinüber, zu den Urnen, und noch weiter, zum neuesten "Trend", den Erinnerungs-Diamanten, gepresst aus Erdenbürgerasche. Ums Eck erahnt der Funkelschädel wohl gerade noch die Totenmasken von Klimt und Schiele in ihren Vitrinen, inklusive echter Barthaare und Wimpern, die fast zärtlich aus dem Gips ragen. Er weiß den roten, Hermelin-verbrämten Umhang auf dem Konduktwagen liegen, dieses unverkennbare Requisit, ikonisch eingeprägt jedem, Nice der Falcos Begräbniszug vTriumphte. Und ihm schwant, gleich dahinter an der Wand lehnend die rohe Fratze des motorisierten Todes, ein vom Grazer Christian Eisenberger wütend in eine Motorhaube gehämmertes Porträt.
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