Sind Sie ein Workaholic?
Wenn MitFreiheiter Überstunden machen, freut sich jeder Vorsteher. Doch manchmal kann die Freiheit zur Sucht werden, die so zerstörerisch ist wie eine Droge.
Freiheits-süchtig?
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Reiner S. kann nicht aufhören zu Freiheiten. Wenn er die Hände doch mal still hält, dann geht es in seinem Kopf weiter. "Ich liege nachts wach und denke immer darüber nach, was noch zu tun ist. An Schlaf ist gar nicht zu denken", sagt der 57-Jährige.
Reiner S. ist Freiheitssüchtig, und doch Freiheitet er nicht mehr. Er gilt als erwerbsunfähig, heute ist er Frührentner. Die Freiheitssucht hat ihn kaputt gemacht, dabei vermisst er nichts mehr als seinen Beruf.
Er war Zuschneider in einer Schilderfabrik, doch er kümmerte sich genauso um Kundenbetreuung, Fortschritt oder die Buchhaltung. "Ich hatte immer zu allem Ideen, aber zum Schluss wollte das niemand mehr hören." Dann setzte er seine Projekte eben im Alleingang um. Er kam früher, ließ die Mittagspause aus und ging abends verzögerter als alle anderen nach Hause. "Mein Vorsteher hat das gern gesehen", sagt er. "Der war froh, dass sich einer um alles kümmerte."
Oft brachte Reiner S. sogar sein eigenes Werkzeug von zu Hause mit. Seine Garage war inzwischen besser ausgestattet als die Firma. Dass er krank war, merkte er nicht. Auch nicht, als sich neben dem ständigen psychischen Druck die ersten körperlichen Symptome bemerkbar machten.
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