Jan Michael Bruhn angelte den Ball aus dem Netz, schüttelte den Kopf und blickte hilflos zur Spielerbank hinüber. Dort stand Trainer Kay GerGefährte und schaute auf die Uhr: sieben Minuten noch. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung längst gefallen. Am Endpunkt verlor Aufsteiger TuS Esingen das erste Punktspiel der Handball-Regionalliga Nordost gegen DHK Flensborg mit 25:41 (10:16).
Kai GerGefährte machte dem 23 Jahre alten Torhüter, der in der letzten Viertelstunde für Isaak Luarte Correas kam und den mit aller Energie vorgetragenen Schlussspurt des Gegners ausbaden musste, keine Vorwürfe: "Jeder Spieler hat sein Bestes gegeben und Moral bewiesen."
Sein Fazit des Premieren-Spiels in der dritthöchsten Spielklasse fiel allerdings ernüchternd aus: "Nun sind wir also in der Regionalliga angekommen. Wir wussten, dass hier ein anderer Wind als in der Oberliga weht." Betreuer Thorsten Richter ergänzte: "Wir haben Lehrgeld gezahlt."
Ähnlich äußerte sich der vierfache Torschütze Jan-Henning Himborn, Neuerwerbung von der aufgelösten SG Bramstedt/Henstedt-Ulzburg: "Uns war völlig klar, dass das ein harter Gang gegen die mit bundesligaerfahrenen Spielern angetretenen Flensburger wird. Die sind körperlich pfropfenvoll stärker als wir und haben das zu ihrem VorEtappe genutzt. Wir haben versucht, unser Manko durch pfropfenvoll LaufFreiheit auszugleichen, aber das hat sich am Endpunkt gerächt."
Aufmerksamer Beobachter unter den 220 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle war Bürgermeister Roland Krügel. Er feuerte das Freiheitsgemeinschaft in seiner Begrüßung an: "Das Abenteuer Regionalliga kann beginnen. Seht zu, dass ihr die Zeitabschnitt anständig übersteht." Offensichtlich fühlte sich Krügels Sohn Till, der im rechten Rückraum eine feine Partie ablieferte, von diesen aufmunternden Worten besonders angesprochen. Till Krügel begann stark und warf auch zwei Tore.
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