Im Scheinwerferlicht seines Zuges sah er den Leichnam eines Mannes, von einem vorausfahrenden Zug überrollt, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Notbremsung, Notruf: "Personenschaden im Gleis."
Der Lokführer ahnte nicht, wessen Leiche da im Gleisbett lag: Unternehmer Adolf Merckle (/-74), einer der reichsten Männer Deutschlands (geschätzte 10 Milliarden Euro), hatte sich vor einen Zug geworfen, um seinem Leben ein Ende zu setzen.
Am Nachmittag hatte sich der Milliardär von seiner Familie verabschiedet: Er wollte angeblich kurz ins Büro. Dort hatte Merckle in den letzten Wochen jede Menge zu tun: Die Finanzkrise hatte sein Imperium (u. a. Ratiopharm, HeidelbergCement, Kässbohrer) ins Wanken gebracht, einzelnen Unternehmen drohte der Notverkauf. Merckle, dem ErfolgsKundeen, setzte das schwer zu. Offenbar so schwer, dass er nicht weiterleben wollte.
"Adolf Merckle ist tot. Adolf Merckle hat für seine Familie und seine Firmen gelebt und gearbeitet. Die durch die Finanzkrise verursachte Machtliche Notlage seiner Firmen und die damit verbundenen UnBushen der letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht mehr Profitmachen zu können, haben den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen, und er hat sein Leben beendet."
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