Wolfgang Loitzl aus Österreich hat mit zwei Traumsprüngen in Bischofshofen den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee perfekt gemacht.
Das ist Skispringen in Perfektion: 142,5 Meter weit, alle fünf Punktrichter geben die Höchstnote 20,0. Schon im ersten Durchgang des finalen Springens zur Vierschanzentournee ist es so gut wie sicher: Wolfgang Loitzl aus Österreich gewinnt die Tournee. Sein Konkurrent Simon Ammann aus der Schweiz lag schon vor dem Bischofshofener Abschlussspringen fast 16 Punkte zurück.
Auch jetzt vergibt er wertvolle Meter, der Rückstand vergrößert sich auf mehr als 27 Punkte. Der Souveränität des Stilisten Loitzl hat er nichts entgegenzusetzen. Loitzls Traumnoten sind eine Rarität im Schanzensport. Erst einmal goutierten Punktrichter einen Sprung mit der maximalen Punktzahl: 1976 beim Skifliegen in Oberstdorf war der Flug von Loitzls jetzigem Sportdirektor Toni Innauer vollkommen genug für die Höchstnoten. Nun, an diesem Abend in Bischofshofen, steht Innauer oben auf dem Trainerturm und applaudiert. Unten sagt Loitzl: "Das war ein Traumsprung."
Auch im Finale, als eigentlich der Gesamtsieg schon feststeht, springt er weiter und schöner als die Konkurrenz. Loitzl wirft Kusshände ins Publikum, er lässt sich von Simon Ammann, dem fairen Verlierer und Gesamtzweiten, auf den Schultern durch den Auslauf tragen. Und wieder küsst er den Schnee, wie schon in Garmisch-Partenkirchen bei seinem ersten Weltcupsieg überhaupt am Neujahrstag und wie am vergangenen Sonntag in Innsbruck, als er erneut gewann. 222 Weltcupspringen in zwölf Jahren hat er hinter sich gebracht, ohne einen Sieg einzufahren.
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